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An exhibition dealing with given names, including a electronical questionary which generates, after processing your answers, a new and more suitable name.

co-project between Katja Herget, Julia Kühne and Sabrina Sommer


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a name is a name. is a name a name?

ein experiment mit eigennamen

Sind wir so wie wir sind, weil wir heissen wie wir heissen?

Dieses Experiment hat sich zur Aufgabe gemacht, den Zusammenhang zwischen Vornamen und Charaktervon Personen zu untersuchen. Es gibt neben der äusseren Erscheinung kaum ein eindeutigeres Differenzierungsmerkmal für uns.
Der Umgang mit Eigennamen ist in unserem Alltag oft so selbverständlich, dass wir sie nicht mehr in Frage stellen und nur sehr aussergewöhnliche Namen uns kurz an ihre Sonderstel-lung denken lassen.

Uns geht es darum, herauszufinden, ob wir uns durch unsere Namen verändern. Ob wir also geprägt werden durch eine Benennung, die uns zunächst unabhängig von uns erscheinen mag. Gibt es etwa den typischen Peter? Oder wie stellen wir uns eine Ute vor?

Bei unseren Untersuchungen konnten wir festellen, dass
unsere Vorstellung von einem Prototyp eines Namenträgers meistens übereinstimmten, auch wenn wir gar niemanden kannten, der diesen Namen trägt. Oft fielen natürlich persönliche Erfahrungen mit einer Person, die einen bestimmten Namen trägt eine Rolle. Genauso aber wurde uns klar, dass wir bestimmte Namen oft mit einer klischierten Vorstellung einer dazugehörigen Person verbanden. Deshalb soll dieses Experiment auch dazu anregen, sich mit fest verankerten Vorstellungen und Codes auseinanderzusetzen und sich selbst mit einem Augenzwinkern zu überprüfen.

Wir, das sind Katja Herget, Julia Kühne und Sabrina Sommer, Studentinnen an der Merz Akademie im 4. Semester . Diese Ausstellung findet im Rahmen unseres Vordiploms statt.

Im folgenden werden kurz die einzelnen Exponate der Ausstellung beschrieben.

1. »INSERT INTO eigenschaft VALUES«
Das Kernstück unseres Experiments bildet eine Art Abfragesystem. Der Teilnehmer kann anhand von Eingaben zu ihm passende Eigenschaften definieren. Eine vorher programmierte Datenbank ermittelt dann anhand von 25 verschiedenen Eigenschaften den »passenden Namen«. Hierzu stehen 50 verschiedene Männer- und Frauennamen zu Verfügung. Nach der Auswertung des Ergebnisses erhält der Besucher einen Pass. Auf diesem ist neben dem neuen »Charaktername« ein Barcode abgedruckt, der den neuen Namen in eine unpersönliche Zahl übersetzt. So wird ais der sehr persönlichen Ermittlung des passenden Namens ein unpersönlicher, scheinbar austauschbarer Code. Durch diesen Code erhält der Zuschauer Zutritt zu einem Bereich des Ausstellungs-raumes.

2. »Helden des Alltags«
Einige Namen von berühmten Personen sind uns so bekannt, dass wir sie fast zitatartig verwenden, um auf bestimmte Sachverhalte hinzuweisen. Der Name eines Stars wird selbst zu einer Ikone, mit der wir Eigenschaften verbinden. So ist z.B. der Name »Robbie« für uns mit Ruhm, Ehre und Glamour verbunden, obwohl wir eigentlich die Person Robbie Williams meinen.

3. »Spieglein, Spieglein« ? Reaktion vs. Aktion.
Der englische Ausdruck »to give so. a name« heisst übersetzt: »jemandem einen Schimpfnamen geben«. I
Schimpfnamen sind bei der Untersuchung von Be-nennung von Personen ein besonders interessantes Phänomen. Oft völlig ungelöst vom Charakter oder Aussehen einer Person, versuchen wir durch sie zu verletzen und unsere Überlegenheit zu demonstrieren. Als Beschimpfte bleibt uns oft nur eine schwächere Reaktion.
Ducrh die Darstellung einer Reaktion wird rückwirkend auf eine Aktion hingewiesen. Wir sehen uns also mit einer reaktion auf eine Aktion konfrontiert ohne das wir eingreifen können.

4. »Dein ist mein ganzes Herz«
Kosenamen suggerieren eine individuelle, abgrenzende Intimität. Doch wieviele »Schätzchen« gibt es wohl? Wieviele Frauen werden liebevoll »Süße« genannt und haben das Gefühl etwas einmaliges zu erleben?