A1 - Z24
Ortsbeschreibungen
Woran denkt man, wenn man den Namen einer Stadt hört, in der man noch nie war? Hat man den Stadtplan im Kopf, ihre topografischen Strukturen? Oder bildet man sich aus Gerüchten und Erzählungen eine Vorstellung von dieser Stadt? Wie auch immer man sich ihr nähert, im Grunde bestimmen unzählige Faktoren im Zusammenspiel den Charakter einer Stadt und geben ihr eine unverwechselbare Identität.
Angenommen, man wollte diese Vielschichtigkeit mit all Ihren Facetten auf einer Karte abbilden, müsste eine solche Karte eine unendliche Legende mit einem unendlichen Vorrat an Zeichen besitzen. Die Besucher haben während der Ausstellung die Möglichkeit in einer interaktiven Installation an dieser Legende der Stadt mitzuschreiben.
An diesem Punkt setzt die Ausstellung "A 1-Z 242" an. Aus einer Vielzahl an Eigenheiten, Symbolen und Zeichen, kartografiert die Grafikdesignerin und Diplomandin der Merz-Akademie Julia Kühne am Beispiel Stuttgarts ein "anderes" Stadtbild, dessen Legende weit über den reduzierten Zeichensatz herkömmlicher Stadtkarten hinausgeht. Dabei arbeitet sie mit einem, wie sie es nennt, "erweiterten Zeichensatz, den ihr die Stadt überall zur Verfügung stellt?: Ladenschilder, Aushänge, handschriftliche Zettel, Aufkleber und viele Zeichen mehr bilden die Legende der Stadt und tragen so letztendlich zum einzigartigen Bild einer Stadt bei. Eine stadteigene Sprache wird sichtbar, die sich in ihrem visuellen Dialekt in einzelnen Stadtvierteln unterscheidet. Mal aufdringlich, mal vorsichtig, mal nüchtern, mal anrührend bilden sich die Seiten einer Stadt aus ihren Zeichen und ihr Charakter lässt sich in und zwischen den Zeilen lesen.